Integration in Deutschland? Das gilt dann aber  für ALLE in Deutschland!

Das Wort „Migrant“ hat sich die Gesellschaft bereits auf die Brust tätowiert

In der Bundesrepublik Deutschland leben derzeit ca. 8 Millionen Menschen mit einer Migrationserfahrung.

Wer kennt sie nicht in Deutschland? Worte, die seit Jahrzehnten immer noch präsent sind und die Bevölkerung zwanghaft wie einen Schatten begleiten. „Migrant, Migrantenkinder, Ausländer, Integration, Anpassung“ und viele weitere hochmotivierende und verstärkende Wörter, die die Gesellschaft Tag für Tag debattiert und die Spaltung zwischen den Menschen weiter voran treibt. In einem Artikel der Welt wurde die Bundeskanzlerin Merkel mit den Worten „Eine Ausbildung für junge Migranten müsse ‘selbstverständlich’ werden“ zitiert. Stopp! Das Wort „Migrant“ impliziert Menschen, die nach Deutschland eingereist sind. Wenn wir von den selben „Migranten“ sprechen, dann meint hier wohl niemand die Millionen Menschen, die hier ganz normal geboren und aufgewachsen sind.

 


Bundeskanzlerin plädiert für mehr Toleranz – suggeriert jedoch Isolation

Eine Ausbildung für alle Menschen sollte selbstverständlich sein. Klare Intention der Kanzlerin, keine ethnischen oder kulturellen Vorurteile schaffen. Doch wieso ist hier die Rede von ‘Selbstverständlichkeit’? Wollen junge deutsche Jugendliche mit einer Migrationserfahrung, etwa mit Samthandschuhen angefasst werden? Aus dem Schulunterricht verfolge ich dies seit Jahren. „Ich bin stolzer Türke“ oder „Wir Ausländer, bei uns ist das doch so“.

Unter den multikulturellen Dialogen der Schülerinnen wird eines sehr deutlich: Die Spaltung zwischen ihnen wird förmlich heran getrieben. „Für mich bewirken Begriffe wie Integration eine Art der Ausgrenzung. Vor allem wird diese Spaltung unter den Kindern und Jugendlichen stark sichtbar“, reflektiert die junge Pädagogin Janine Hildebrandt aus NRW.

Steinzeit DENKEN - führt uns nicht zum Ziel

„Ihr seid keine Ausländer“ hört man mich oft erwidern. Doch ich komme gegen den Klang, den Frust, den Wortlaut der jungen Deutschen nicht an. Man versucht ihnen klar zu machen, dass sie in Deutschland zuhause sind. Das ihre Muttersprache Deutsch ist, auch wenn der ‘Name’ etwas anderes hergeben mag. Wurzeln, die sitzen, ja, keine Frage! Aber kein Baum besteht „nur“ aus ‘Wurzeln’.

Wie kann man den verübeln, wenn sie unsicher werden bei der Frage: „Bist du Deutsch“?

In den Medien gehört genau diese Thematik zu den VIP-News. Doch wieso? Ist es denn so wichtig, ob ein deutscher Mitbürger mit oder ohne Migrationserfahrung ein Verbrechen verübt hat? Geht es nicht um die Tat selbst? Ob der Jugendliche zufällig noch eine weitere Sprache ausreichend beherrscht, ist doch einfach nur trivial. Für viele Menschen eben nicht. Weiterer Punkt für die Spaltung. Integration könnte vielleicht noch bei Menschen gelten, die gerade erst nach Deutschland kommen! Aber selbst dort exkludiert das Wort eher und ist nicht förderlich für ein gesundes Miteinander.

Die Politik braucht eine neue Didaktik!

Die Bildungspolitik engagiert sich tagtäglich für „Migrantenkinder“ oder will etwas zur „Integration“ beitragen. Ich habe keine Zweifel daran, dass die Gesellschaft bemüht ist, ein harmonisches und intolerantes Miteinander zu verwirklichen. Jedoch müssen hier neue didaktische Wege gesucht werden, um die verursachten Lücken an Vertrauen und Unsicherheit zu stopfen.

Seit wann müssen sich Menschen in ihrem eignen Land anpassen? Integration setzt immer etwas nicht Funktionierendes voraus. Und was genau funktioniert nun bei den jungen deutschen Menschen mit Migrationserfahrung nicht?

Auch wenn viele coole Jugendliche das leugnen, die meisten von ihnen beherrschen die deutsche Sprache viel besser als ihre „Muttersprache“. Doch was soll ihnen anderes übrig bleiben? Sie haben den „Dauertitel“ als eingewanderte Gäste imaginär tätowiert bekommen und werden zudem noch direkt von der Gesellschaft in verschiedene Waggons gesetzt.

Das Thema Ausländer und das längst ausgestorbene und altmodische Wort „Integration“ im Kontext mit Menschen, hat für mich keine Bedeutung, lediglich nur noch einen Sinn.

Wer hier geboren und aufgewachsen ist, ist zu 101% kein Ausländer. Auch, wie sehr das der coolste ‘Muhammad’ mit Halbmondkette leugnet, es ist Fakt.

„Das Wort ‘Integration’ oder ‘Migrant’ ist für hier eingeborene Menschen einfach unpassend. Integration impliziert, dass es eine homogene Gruppe von Menschen gibt und ich muss mich anstrengen, um ‘dazu zu gehören’? Da sind zwei Dinge falsch in diesem Prinzip. Erstens gab es noch nie in Deutschland eine homogene Gruppe von Menschen! Und zweitens – ich muss nichts tun, weil ich von Anfang an ein fester Teil von Deutschland bin!“, berichtet die dynamische und engagierte Vorstandsvorsitzende Sezen Tatlıcı von Typisch Deutsch e.V..

Diesen Worten kann ich mich nur anschließen.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0